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UNIs Welt    


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Eintrag von uniqua am 17.10.2010

Nach langer Abwesenheit zurück...


Viel zu lange war ich nicht mehr hier gewesen. Aber ich stelle fest, ich habe mich jedenfalls wieder hierher gefunden. Das ist doch schon mal ein "neuer" Anfang.

Gestern Abend erfuhr ich, wie schlecht es meiner süßen Nichte doch geht. Okay, sie ist zwar auch schon 25 Jahre alt, erfolgreich im Beruf und hat eine eigene Wohnung und so ein langjähriges Anhängsel, aber dass sie derart fertig mit sich und der Welt ist, habe ich nicht gedacht.
Die Frage ist nun: Wie hilft man jemanden, der zwar ganz viel und schnell Hilfe braucht, jedoch sich nicht helfen lassen will? Sprich: Ihr wunder Punkt ist eben ihr langjähriges Anhängsel, ihr Freund, der sich quasi von ihr aushalten lässt und absolut nichts (außer entsprechend hohe Ausgaben) zum Lebensunterhalt beiträgt.

Ich habe meine Ernie (einer ihrer Spitznamen) als wunderhübsche junge Frau mit einer super Ausstrahlung im Gedächtnis. Sie hat eine anbetungswürdige Figur, ist immer top gestylt und würde selbst in einem löchrigen Kartoffelsack wie ein Model wirken. Sie hat einen super Charakter, geht für ihre Leute quasi durch das Feuer und man kann sich auf sie total verlassen. BISHER!
Jetzt sieht sie aus, wie das Leiden Christi. Nur noch Haut und Knochen, total blass, Stressflecken im Gesicht, dunkle Schatten unter den Augen... Ich wollte es nicht glauben, aber das ist aus meiner wunderhübschen süßen Nichte geworden! Sie steht kurz vor dem großen Knall.
Sie arbeitet sich zu Tode, Überstunden stehen an der Tagesordnung. Wenn sie könnte, dann würde sie auch noch Nachts arbeiten. Angeblich hat sie das wohl auch eine Weile gemacht. Jedenfalls am Sonntag.
Alle sehen das Problem, doch lässt sie es nicht zu, dass ihr das jemand sagt oder ihr dahingehend hilft. Sie muss Schulden haben, klar, wenn sie ihre neue Wohnungseinrichtung abbezahlen muss, die ihr Freund ausgesucht hat. Und es muss ja auch ein Mini-Moped sein, ohne welches ihr Freund nicht leben kann. Sie macht und tut und schafft es aber nicht, dass ihr Geld Monat für Monat zum Leben reicht. Ihr Freund? Wahrscheinlich sitzt er ganztägig vor dem Computer, ist in Chats unterwegs. Seine Ausrede, warum er sich keinen Job sucht und Ernie damit entlastet: wer nimmt ihn denn mit abgebrochener Schule und ohne Ausbildung?!
Ernie schützt ihn, schaltet auf stur, wenn man sie darauf anspricht, dass ihr Freund auch mal was tun muss und nicht immer nur sie. Er kann nicht, weil er eh keinen Job findet. Punkt... dann folgen bis an die 3 Monate Funkstille. 

Wie kann man ihr helfen? Darüber zerbreche ich mir seit gestern den Kopf. Ich habe eigene Probleme, ja, mehr als genug, doch mir bedeutet meine Ernie echt zu viel, als dass ich sie vor die Hunde gehen lasse.
Und ihre Mutter - meine Halbschwester? Die amüsiert sich in den nächsten Tagen mit ihrem neuen Freund irgendwo in der Fremde. Ich könnte das nicht, wenn es meinem Kind so schlecht geht und ich fühle, es braucht mich, egal wie alt es auch ist.
Ich habe ihr gesagt, schnapp dir deine Tochter und nimm sie zu dir mit nach hause. Gleich für ein paar Wochen. Hauptsache weg von ihrem bezahlten bettwärmenden Schmarotzer. Der bringt sie noch um, wenn das so weiter geht. 
Nein, das könne sie nicht machen, denn Ernie würde keinen Tag ohne ihren Freund leben wollen. 
Statt dessen will meine Halbschwester ihr einen neuen Job verpassen. 
Klasse... neue Probleme, durch einen neuen Job, wo sie sich erst mal einleben und einarbeiten muss. Die Wurzel allen Übels wuchert dann aber weiter. 
Das Schlimme daran ist, Ernie kann ihrem Freund keinen Wunsch abschlagen. Er sagt nie direkt, was er will, aber er lässt auf seine Art durchblicken, dies oder das fände er ja so toll. 

Einen Tritt in seinen Allerwertesten, der ihn weit weg von meiner Ernie bringt, wäre momentan genau das, was ich ja so toll fände. Aber man kommt nicht an ihn ran. Er sitzt in der Wohnung, wenn Ernie arbeiten ist. Nicht mal ihre Mutter hat einen Schlüssel zur Wohnung. Und er öffnet nicht.
Von meiner Schwester höre ich nur immer: sie sind doch schon so ewig zusammen, können nicht mehr ohne den anderen sein. 
Ja, man lebt mit jemanden seit ganzes Leben zusammen und plötzlich erkennt man, wie wenig man den anderen eigentlich kennt. Es wird und muss verdammt weh tun, wenn man sie trennt, doch das ist in meinen Augen der einzige Weg. Ernie muss da weg von ihm. Kein Kontakt, nichts, gar nichts. Mehrmals wurde ihm praktisch schon die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt, er soll etwas tun, er soll Ernie entlasten... das ging ein paar Tage gut und dann war er wieder zu hause in der Wohnung und Ernie stand vor der Tür ihrer Mutter und meinte, der Kühlschrank wäre leer.

Was kann man nur machen, damit meine Ernie endlich kapiert, dass ihr Freund sie nur ausnutzt, dass er sich auf ihre Kosten (auch gesundheitlich) einen Fetten macht und sie irgendwann einmal umkippt und schließlich am Ende ist?
Wäre ich nicht so schrecklich weit weg, dann würde ich meinen Sohn bei meiner Mutter lassen und mal zu ihr fahren. Doch das geht momentan nicht, auch weil meine Mutter meint, ich soll mich da unbedingt heraus halten. Es fällt mir schwer - verdammt schwer!
Ich kann nur hoffen, meine liebe, süße und herzensschöne Ernie erkennt, was los ist und reinigt ihr Leben von diesem miesen Typen. Das hat sie nun echt nicht verdient!!!




Kommentare


Von pat am 17.10.2010 - 15:52 Uhr
Liebe uniqua,
so hart das klingt, aber zu einer solchen Beziehung gehören immer zwei... und deine Nichte muss ja irgendetwas an diesem Typ finden, dass sie sich derart runiniert... wodurch hat sie einen Gewinn an dieser verrückten Geschichte, wodurch ist sie derart abhängig - was bekommt sie von dem Typ (auf indirekte Weise) - welches Lebensmuster hat sie in ihrem Kopf, das sie anscheinende erfüllen muss.
Naja - und so lange sie nicht will, wirst du nichts erreichen, außer Feindschaft - leider - sie ist erwachsen und verantwortlich dafür, wie sie ihr Leben gestaltet - Therapeuten gibt es an jeder Ecke, auch wirklich gute vielleicht an jeder zweiten Ecke, aber der Mensch muss etwas ändern wollen in seinem Leben...

Dir alles Gute
und vielleicht kannst du ihr einfach zeigen, dass du für sie da bist, wenn sie sich mal entscheidet, doch einen Schritt im Leben in Richtung Veränderung zu machen...

pat

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